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Autorenfoto Dinçer Güçyeter (Copyright: Palagrafie)Autorenfoto Dinçer Güçyeter (Copyright: Palagrafie)

Am Dienstag, dem 20. Juni 2023, um 18.00 Uhr findet die fünfte Veranstaltung im Rahmen der „Gespräche am Schleusenplatz“ mit dem Autor Dinçer Güçyeter statt. Für „Unser Deutschlandmärchen“ erhielt Güçyeter in diesem Jahr den Leipziger Buchpreis für Belletristik. Das Buch selbst ist eine Familiengeschichte in vielen Stimmen, in der die Frauen sprechen. Die Handlung, die sich vom Anfang des letzten Jahrhunderts bis beinahe in die Jetztzeit erstreckt, lässt nichts aus, kein Missverständnis, keinen Konflikt, ganz gleich ob in der Schuhfabrik, beim Bauern auf dem Feld oder in der eigenen Kneipe. Und dann ist da noch die Erwartung der Mutter an den heranwachsenden Sohn, der ihr als starker Mann zur Seite stehen soll, selbst jedoch eine gänzlich andere Vorstellung von einem erfüllten Leben hat. Sehr persönlich erzählt dieser Roman vom Aufwachsen mit widersprüchlichen Regelsystemen, von der generationsübergreifenden Suche nach Heimat und vom Überschreiten der Grenzen von Herkunft, Klasse und Geschlechterrolle, von der Erinnerung selbst – und vom Finden der eigenen Sprache.

Dinçer Güçyeter, zur Welt gekommen als Kind türkischer Eltern am Niederrhein, unweit der holländischen Grenze, schrieb sein erstes Gedicht mit acht Jahren. Für den Lyrikband „Mein Prinz, ich bin das Ghetto“ erhielt er 2022 den Peter-Huchel-Preis. Er hat Theater gespielt, Stücke geschrieben und inszeniert, hat den Elif Verlag gegründet, der immer wieder mit Entdeckungen von sich reden macht. Das alles finanziert er, gelernter Werkzeugmechaniker, bis heute mit Gabelstaplerfahren.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Phronesis Diskurswerkstatt und der Partnerschaft für Demokratie Westhavelland und Nauen. Der Eintritt ist frei und die Lesung findet bei gutem Wetter auf dem Hof der Bibliothek statt. Reservierungen werden unter der Telefonnummer 03385/512683 oder per E-Mail an bibliothek@stadt-rathenow.de angenommen.